La Mamá Colombiana - Unsere Gründerin Anna erzählt

Colombia, San Augstín, Huila, 1958: Oma Aminta & Mama Constanza 

Woher kommt deine Mama?

Meine Mama Constanza ist in San Augustin, Huila, inmitten der kolumbianischen Anden aufgewachsen und zwar tatsächlich auf der Finca meines Abuelos (das heißt Opa), der unter anderem Zuckerrohr anbaute, das dann zu Panela verarbeitet wurde. Bei uns ist die Panela also quasi im Blut.

Es gibt noch eine schöne Geschichte über die Frauen in meiner Familie: Meine Oma heißt Aminta, das ist ein sehr alter und traditioneller Frauenname in Kolumbien, fast so wie in Deutschland... z.B. Edeltraut! Es gibt also viele Kolumbianer/innen, die eine Abuela Aminta haben.

Ich finde diesen Namen auch wunderschön, also haben ich und mein Mann unsere kleine Tochter mit drittem Namen nach ihr benannt. Aminta - eine Erinnerungen an ihre Wurzeln in Kolumbien. 

 

Ist der Muttertag in deiner Heimat Kolumbien anders als hier?

Wir lieben alle unsere Mama, und der Muttertag gibt Menschen auf der ganzen Welt eine Chance, ihrer Mutter zu danken.

In meiner Heimat hat die Mutter dazu nochmal eine ganz besondere Stellung in der Familie sowie der Gesellschaft, sie ist die Herrin des Hauses: hart aber fair!
Außerdem steht sie über Allem, so wie die Heilige Mutter Maria. ;) 
Sie ist die Quelle von Liebe und Geborgenheit, und immer für einen da. 

Zum Muttertag gibt sie mal die Kontrolle übers Kochen ab, und dann laden ihre Kinder sie normalerweise zu einem Restaurantbesuch ein, und natürlich gibt es einen riesigen Strauß Blumen!

 

Denkst du, dieses Jahr verändert sich durch Corona irgendetwas an den Feierlichkeiten?

Kolumbien ist eben wie gesagt ein sehr familienbezogenes Land und den Muttertag nur über Videoanrufe zu feiern, kommt gar nicht in Frage! In den Kolumbianischen News hört man, dass der Muttertag auf August oder September verschoben werden soll. Weil die derzeitige Situation nicht zulässt, dass der Muttertag im Rahmen der Familie gefeiert wird, wird er kurzerhand in den Herbst gerückt. Super, oder? Für alle, die Spanisch lesen können, hier ein Zeitungsartikel darüber:
https://www.eltiempo.com/politica/gobierno/coronavirus-colombia-cuando-se-celebraria-el-dia-de-la-madre-agosto-o-septiembre-486538

 

Du bist jetzt Mutter! Wie fühlst du dich jetzt, während dein erster Muttertag heranrückt?

Puh... Erstmal muss ich betonen: Ich verstehe jetzt erst meine Mama. Die Sorgen, die Aufopferung und die Selbstzweifel, was die Erziehung des ersten Kindes angeht. Und diese überwältigende, und alles umfassende Liebe zum Kind, von der man ja immer wieder "hört", die ich aber jetzt zum ersten Mal selbst fühlen kann! Das kann man wirklich erst verstehen, wenn man selbst einen kleinen Knirps hat... 

Früher hat mein Mann sich immer gewundert warum Vatertag und Muttertag international nicht gleich wiegen. Aber seitdem er selbst miterlebt hat, wie essenziell die Mutter vor allem in den Anfangsjahren der kindlichen Entwicklung ist, kann er das auch total nachvollziehen - die Geburt und das Stillen sind nur zwei Beispiele dafür.

 

Die "Mamá Colombiana" ist ja international berühmt für ihre tough love-Erziehung. Was kannst du uns darüber erzählen?

Gut recherchiert! Das stimmt allerdings. In Kolumbien ist die Mutter-Kind Beziehung durch Respekt definiert. Die tough love kann man so beschreiben, dass die Kinder oft sehr verwöhnt werden. Die Liebe der Familie wird z.B. oft durch Geschenke ausgedrückt. Ein Baby wird schon zur Geburt mit Geschenken überschüttet, und auch zum Geburtstag gibt es einige Geschenke. Das ist eben anders als in Deutschland, hier gilt ja üblicherweise: Pro Anlass, ein Geschenk pro Person.

Auch sind Kolumbianische Mütter total "touchy". Das Wort sieht ähnlich aus wie tough, bedeutet aber etwas ganz anderes: Man wird zu allen Gelegenheiten und immer und überall umarmt und abgeknutscht - sogar als Teenager noch!

Der "toughe" Teil ist eben, dass auch viel von den Kindern verlangt wird. Wenn Mama etwas sagt, dann gilt: Keine Widerrede! Die Kleinen müssen bis ins Erwachsenenalter immer respektvoll mit ihren Eltern sprechen. Und wenn es doch einmal Reibungen gibt, liegt der Mamá immer ein flotter Spruch auf den Lippen, der die Kinder in die Schranken weist. 

 

Aha? Hast du da vielleicht Beispiele?


"Mientras viva bajo el techo de esta casa, Usted hace lo que YO DIGA!"
"Solange Sie unter diesem Dach wohnen, wird gemacht was ICH SAGE!"

Kommt das jemandem bekannt vor? ;)


"Claro, como aquí tienen a la "sirrrrvienta" que les hace todo."
"Natürlich, Sie haben ja hier die Putzfrrrrrau, die alles für sie macht."

Das rrrr muss rrrrrollen, für den richtigen Effekt!

"¿Usted si reza y se persigna antes de dormirse?"
"Hast du vorm Schlafen gebetet und das Zeichen des Kreuzes gemacht?"

Ein sehr katholisches Land eben...

"Esa amistad no me gusta..., ¿quién es la mamá, quién es el papá...? ¿qué pata puso ese huevo? "
"Diese Freundschaft gefällt mir nicht... Wer ist die Mama, wer ist der Papa? Welche Ente hat dieses Ei gelegt?"

Wer die Eier legt, hat die Hosen an.

"¡¡¡No hay poder humano!!!"
"Keine menschliche Kraft...!"

Selbsterklärend, oder? Mütter sind Super-Menschen!!!


Und, zu guter letzt:

 

"¿En qué idioma tengo que hablarte?"
"In welcher Sprache muss ich mit dir reden?"

Auf dem Notizzettel steht ein hilfreicher Tipp: Alles gut. Deine Mama fängt an, sich besiegt zu fühlen. Fürchte dich um deine Gesundheit.

 

Kommt dir Einiges bekannt vor? Vielleicht ein paar neue Vokabeln gelernt? 
Noch mehr Sprüche der echten Mamá Colombiana gibt es bei
https://matadornetwork.com/es/12-frases-para-toda-ocasion-de-una-madre-colombiana/   

Gracias mamá,

te amo!

 

Text: Denise Schmucker

 


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