Die Suche nach El Dorado - und welche Rolle Guatavita dabei spielt

El Dorado - was wir heute eher als die Bezeichnung einer verschollenen Goldstadt kennen, ist eigentlich der spanische Begriff für "Der Goldene", oder "Der goldene Mann". Doch wer war er? Warum war er golden? Und warum kennen wir es heute als Synonym für ein Paradies, oder eine Fundstelle großer Schätze?

 

Die Muisca

Das indigene kolumbianische Volk der Muisca glaubte an einen Sonnengott, und wie den meisten Göttern wurden auch ihm Opfer gebracht. Das Ritual, mit dem dies bewerkstelligt wurde, ist der Ursprung der Legende von El Dorado. Wie die Legende selbst , ist der Ablauf des Rituals auf den ersten Blick schwer zu glauben.

 

Ausstellungsstück Schamane im Goldmuseum in BogotaAusstellungsstück im Goldmuseum in Bogotá: Schamane 

Es wurde ein goldener Mann auf einem Floß auf den See Guatavita herausgefahren um darauf mitgebrachte Goldschätze im See zu versenken, und sie so dem Sonnengott darzubringen. Wenn man genau hinschaut, sieht man noch andere Figuren auf dem Floß: Die damaligen Priester, die den Herrscher auf dieser wichtigen Floßfahrt begleiteten. Fackeln erleuchteten die bedeutungsvolle Zeremonie.

So weit so gut, aber wer war dieser goldene Mann und warum war er gold? Den Überlieferungen zufolge fand dieses Ritual zur Ernennung eines neuen Herrschers, dem Zipa-Häuptling, an der Lagune von Guatavita statt. Er wurde mit Goldstaub bepudert, war sonst unbekleidet, und tauchte dann in das Wasser ein, um das Gold von sich zu waschen. So wurde es dem Sonnengott als Opfergabe dargebracht.

 

GoldfloßGoldfloß von Eldorado

 

Im Museum

Im Museo del Oro in Bogotá, der Hauptstadt Kolumbiens, ist das Goldfloß von Eldorado heute das Prunkstück unter den 35.000 prächtigen Ausstellungsstücken. Das 18 Zentimeter lange Goldartefakt wurde im Jahr 1969 in einer Höhle südwestlich von Bogotá gefunden und stammt wohl aus der Zeit zwischen 600 bis 1600 n. Chr.

 

Goldmuseum BogotaWeitere Ausstellungsstücke im Goldmuseum in Bogota. Sind das die Gesichter der Muisca?

 

Goldrausch

Eine Zivilisation, die so reich an Gold ist, dass ein ganzer Mensch sich darin hüllen kann, nur um es danach in einem See von sich zu waschen... Der Mythos von Eldorado, jenem fabelhaften und gepriesenem Land, verbreitete sich rasch unter von Gier getriebenen Konquistadoren.

Doch auch die deutsche Krone war an dem Reichtum interessiert, sodass sich ein regelrechter Wettlauf zwischen mehreren Entdecker-Truppen entfaltete. Sie fanden den riesigen Goldschatz nie, sogar nachdem mehrmals versucht wurde, die Lagune von Guatavita trocken zu legen.

So wurden zwar tatsächlich einige Goldschätze zum Vorschein gebracht, doch ob noch mehr im Schlamm am Grunde des Wassers verborgen liegt, wird wohl ein Geheimnis bleiben. Denn seit 1969 steht die Laguna de Guatavita unter strengem Schutz der kolumbianischen Regierung – jede Grabung ist strikt untersagt. 

Dennoch gibt es bis heute Neugierige (oder Habgierige), die die Böden Kolumbiens immer noch ausbeuten, weil sie sich ihren eigenen kleinen Anteil an Eldorado erhoffen. Illegale Methoden, wie der Einsatz von Quecksilber, verschmutzen die vermeintlich von Gold durchzogene, aber unvermeintlich wertvolle Natur drumherum.

Glücklicherweise kann man in beeindruckender Handarbeit verarbeitetes Gold noch heute im Museo del Oro in Bogotá bestaunen - ganz authentisch im Kontext Südamerikas Vergangenheit. Wenn man bedenkt, dass ein Teil der Ausstellungsstücke dort tatsächlich vom Grund kleiner Seen und Lagunen wie jener von Guatavita stammt, könnte man jedoch fast selbst in einen Entdeckerrausch verfallen. 

Unsere Panela ist ein (für uns zumindest) genauso wertvoller Goldschatz Kolumbiens. Glücklicherweise können wir sie auch hier in Deutschland genießen, und müssen dabei die kolumbianische Bevölkerung nicht ausbeuten, sondern können sie im Gegenteil in ihrem nachhaltigen Handwerk auf faire Weise unterstützen. Deshalb sind wir stolz, Guatavita de Colombia zu heißen. 

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Das Goldmuseum ist ein Muss für jeden Besuch in der Hauptstadt, Bogota. Tipps dazu, wie ihr eure Zeit dort sonst noch clever verbringt, erzählt euch hier ein echter Bogotano


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